Head Rennski

Vom Hobelwerk auf die Weltcup-Piste

Anfang der 2000er-Jahre bekam unser Forschungszentrum in Goldegg ungewöhnlichen Besuch. Techniker und Entwickler der renommierten Ski-Firma Head waren auf der Suche nach dem letzten, nur schwer erreichbaren Vorteil im internationalen Rennsport. Was sie mitnahmen, war Eschenholz aus unseren Lagern. Geschlagen bei abnehmendem Mond, sieben Jahre gereift.

Ein schmaler Grat

Erwin Thoma mit Head Ski

Ein schmaler Grat

Im internationalen Skirennsport entscheiden hundertstel Sekunden über Sieg und Niederlage. Die Mitbewerber arbeiten mit demselben Anspruch, denselben Mitteln, dem gleichen Material. Echte Vorsprünge sind kaum noch zu finden.

Genau diese Lage führte die Entwickler von Head zu uns nach Goldegg. Sie kamen ohne Umschweife zur Sache. Wo, fragten sie, bekomme man Holz in seiner wirklich allerbesten Form?

Der Kern der Sache

Anders als die meisten Serienskier haben Rennskier eine Mittel-Lamelle aus massivem Holz. Trotz aller modernen Kunststoffe hat sich Holz dort als bestes Material durchgesetzt. Beim Schwingungsverhalten, bei der Stabilität, beim Torsionsverhalten.

Damit war klar, warum die Techniker von Head bei uns saßen. Sie wollten nicht das Material, das jeder Mitbewerber bekommt. Sie wollten den feinen Unterschied.

Sieben Jahre gereift

Unsere Antwort hatten wir im Hobelwerk auf Lager: Eschenholz, vor sieben Jahren in der Saftruhe bei abnehmendem Mond geerntet, im darauffolgenden Frühjahr eingeschnitten und seither als Brettware luftig gelagert.

Esche ist seit jeher das klassische Holz für die Skiproduktion. Zäh, biegsam, belastbar. In Mondholzqualität und nach dieser Reifezeit hatte sie Eigenschaften, die über das unmittelbar Messbare hinausgehen.

Drei Namen und viele Siege

Die Experten von Head wussten genau, was sie suchten. Eine Qualität, die sich nicht allein in Werten ausdrückt, im Spitzensport aber den Ausschlag gibt. Wir fertigten Eschen-Lamellen aus dem besagten Holz an. Die Belastungstests fielen positiv aus. Die Lamellen gingen in Rennskier für damals noch junge, beinahe unbekannte Athleten.

Lindsey Vonn, Maria Riesch, Bode Miller. Der Rest ist Sportgeschichte. In den folgenden Jahren kamen Weltcup-, Weltmeister- und Olympiasiege zusammen. Dass in ihren Skiern auch Mondholz aus unserem Haus verarbeitet war, blieb dabei im Hintergrund.

Die olympischen Ski in Goldegg

Neben dem vereinbarten Preis erhielten wir später einen jener Original-Head-Rennskier. Er steht heute in unserer Ausstellung in Goldegg. Wer ihn dort betrachtet, hat ein Stück Material vor sich, das zu Olympiasiegen beigetragen hat.

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