Forschung & Studien

Mondholz

Holz vom richtigen Zeitpunkt

Was unsere Vorfahren schon längst wussten, Wissen das von Generation zu Generation weitergegeben wurde, das Gefühl, dass Holz uns guttut, konnte bereits vielfach wissenschaftlich belegt werden.

Forschung an der ETH Zürich

Mondholzstudie

Forschung an der ETH Zürich

Mondholzstudie

Prof. Ernst Zürcher untersuchte 2003 an der renommierten Technischen Universität ETH Zürich die Gültigkeit der Mondholz-Fällregeln. Er konnte nachweisen, warum Mondholz dauerhafter und verwitterungsresistenter als konventionell gefälltes Holz ist.

Über fünfeinhalb Monate wurden mehr als 600 Bäume gefällt und geprüft, welchen Einfluss der Mond auf die Qualität des Holzes hat und warum. Man fand heraus, dass die Wassermenge im Holz generell konstant bleibt. Jedoch ändern sich mit den Mondphasen die Verhältnisse zwischen freiem und gebundenem Wasser. Bei abnehmendem Mond geerntetes Holz hat mehr gebundenes Wasser in seinem Inneren, zieht sich so bei der Trocknung stärker zusammen und erhält damit einen Dichtevorteil von 5 – 7 % gegenüber konventionell gefälltem Holz. Das macht Mondholz beständiger und auch abwehrender gegen eindringende Pilze, Insekten oder Feuer.

Hygienestudie – Unbehandeltes Holz ist hygienischer als Kunststoff und synthetische Oberflächen

Untersuchungen zeigen, dass Holz (geprüft wurden Kiefer, Lärche, Fichte und Tanne) eine natürliche antibakterielle Wirkung besitzt. Ursache dafür sind sowohl die hygroskopischen Eigenschaften des Holzes als auch natürliche Inhaltsstoffe wie Harze, ätherische Öle, Phenole und Terpene. Holz kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, wodurch an der Oberfläche ein Milieu entsteht, das vielen Mikroorganismen das Überleben erschwert.

Studie: „Holz in hygienisch sensiblen Bereichen“, FH Campus Wien

Studie Vollholzklassen – Unbehandeltes Holz im Innenraum hält uns gesund!

Studie Vollholzklassen – Unbehandeltes Holz im Innenraum hält uns gesund!

Eine Studie des Joanneum Researchs zeigte, dass sich Vollholzeinrichtungen in Klassenräumen positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirken. Über ein Schuljahr hinweg wurden zwei Klassen mit Holzausstattung – darunter Fichtenwände, Eichenholzböden und Zirbenmöbel – mit zwei herkömmlich eingerichteten Klassen verglichen. Die Messungen ergaben, dass Schüler in den Holzklassen eine niedrigere Herzschlagrate aufwiesen, sich besser erholten und weniger Stress zeigten. Das Herz musste dadurch deutlich weniger arbeiten, was einer Einsparung von rund zwei Stunden Herzarbeit pro Tag entspricht. Besonders auffällig war, dass die Herzfrequenz in den Holzklassen im Laufe des Schuljahres sank, während sie in den Standardklassen anstieg. Dies deutet auf eine langfristig gesundheitsfördernde Wirkung von Holz im Innenraum hin.

Studie: Holzklasse, Joanneum Research Institut
Quelle Diagramm: Maximilian Moser & Erwin Thoma, Die sanfte Medizin der Bäume, Servus Verlag, 2016

 

Zirbenstudie

Zirbenstudie

Eine wissenschaftliche Untersuchung des Joanneum Researchs 2003 an 30 Erwachsenen belegt, dass Zirbenholz als Einrichtungsmaterial signifikante Vorteile für Herz und Kreislauf bietet. In einem kontrollierten Versuchsaufbau zeigten Testpersonen in Zirbenzimmern eine niedrigere Herzrate in Belastungssituationen sowie einen beschleunigten vegetativen Erholungsprozess im Vergleich zu Räumen mit Holzdekor. Besonders deutlich wurden die Effekte während der Nachtruhe: Die Nutzung eines Zirbenholzbettes führte zu einer durchschnittlichen Ersparnis von 3.500 Herzschlägen pro Tag, was einer Entlastung des Herzens von etwa einer Stunde Herzarbeit entspricht. Darüber hinaus bewirkte das Naturmaterial eine Stabilisierung des Kreislaufs bei Luftdruckschwankungen und verbesserte die subjektive Schlafqualität sowie das allgemeine Wohlbefinden der Teilnehmer spürbar.

Studie: Zirbenholz vom Joanneum Research Institut

 

Fichtenstudie – Die Fichte kann es auch

Nachdem bereits die positive Wirkung von Zirbenholz auf Schlafqualität, Erholung und Wohlbefinden wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte, untersuchte eine weitere Studie, ob auch Räume aus massiver Fichte ähnliche Effekte auf den menschlichen Organismus haben. Dafür wurden 50 Versuchspersonen sowohl in einem vollständig mit Fichtenvollholz ausgestatteten Raum als auch in einem identisch gestalteten Raum mit Fichtenimitat getestet. Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Personen im Fichtenraum nach Belastungsphasen weniger beansprucht fühlten und sich während der Erholungsphase besser regenerierten. Zudem wurden bei der Herzratenvariabilität – einem wichtigen Indikator für Stressregulation und Erholung – günstigere Werte gemessen. Auch die Konzentrationsleistung blieb im Fichtenraum mindestens gleich gut, wobei tendenziell weniger Fehler gemacht wurden. Insgesamt deutet die Untersuchung darauf hin, dass Fichtenholzräume das Wohlbefinden steigern und den Organismus entlastet.

Studie: Südtiroler Bergfichte vom Joanneum Research Institut

 

Studien Psychologische Wirkung von Holz im Innenraum

Eine Untersuchung des Research Institute in Tsukuba analysierte, wie sich unterschiedliche Holzanteile in Innenräumen auf das Wohlbefinden auswirken. Dafür wurden drei Räume mit einem Eichenholzanteil von 0 %, 45 % und 90 % gestaltet und von 15 Studenten getestet. Die Ergebnisse zeigten, dass der Raum mit 45 % Holzanteil als am angenehmsten, natürlichsten und erholsamsten empfunden wurde. Gleichzeitig konnten dort positive physiologische Effekte wie ein niedrigerer Blutdruck festgestellt werden. Die Studie zeigt damit, dass ein ausgewogener Einsatz von Holz das Wohlbefinden und die Raumatmosphäre positiv beeinflusst.

Quelle: „Physiological effects in humans induced by the visual stimulation of room interiors with different wood quantities” 2007, Department of Wood Engineering, Forestry and Forest Products Research Institute, Tsukuba

 

Holz und soziale sowie kognitive Gesundheit im Alter

Eine Untersuchung in einer betreuten Senioreneinrichtung zeigte, dass Holzeinrichtungen das soziale Verhalten und Wohlbefinden älterer Menschen positiv beeinflussen können. Dafür wurden über mehrere Wochen hinweg bestehende Möbel und Alltagsgegenstände schrittweise durch Produkte aus Holz ersetzt. Die Beobachtungen ergaben, dass die Senioren gesprächiger wurden, häufiger miteinander interagierten und eher bereit waren, einander zu helfen. Da soziale Interaktion und aktiver Selbstausdruck wichtige Faktoren für die geistige Gesundheit sind, deutet die Studie darauf hin, dass eine Innenausstattung aus Vollholz dazu beitragen kann, kognitive Fähigkeiten zu fördern und möglicherweise das Risiko von Demenzerkrankungen zu verringern.

Quelle: „Behavior changes in older persons caused by using wood products in assisted living” Faculty of Medicine, University of Tsukuba

 

Das könnte Sie auch interessieren:

S
M
L
XL
WE